Schlaubetal – Rundherum

Letztes Wochenende hatte ich mir mit Mutti Großes vorgenommen und es geschafft: Den Powertrail im Schlaubetal, bestehend aus 111 Caches und einem Bonus. Ich selbst bin kein Powertrail-Freund, das schonmal vorab. Aber ich habe immer wieder Gutes über diese Serie gehört. Hinzu kommt, dass die Caches alle nur einen Katzensprung von meiner Heimat Eisenhüttenstadt entfernt sind. Wir mussten also keine extra Unterkunft buchen.

Die Planung

Der Owner ironmanhawaii2003 hat wirklich an alles gedacht. Auf der Seite http://www.schlaubetrail.blogspot.de/ kann man sich seine Laufzettel ausdrucken, es gibt Dateien, die alle Spoilerbilder zusammengefasst beinhalten und seit neuestem sogar die Möglichkeit, sich die GPX-Datei zum Trail herunterzuladen. Was will man mehr für seine Vorbereitung? Geplant war diese Tour eigentlich mit dem Rad, also hatte ich auch dafür alles Mögliche eingepackt: Fahrradtaschen, GPS-Gerät-Halterung, etc. Es kommt jedoch häufig anders als geplant…

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Die Durchführung

Da auf der Homepage erkennbar ist, dass nicht alle Wege geeignet sind, haben wir uns dazu entschlossen, den Trail in mehreren Abschnitten zu machen. Wir begannen am Freitag, den 26.06.2015, mit einer Teilrunde, die wir erwandert sind.

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Gleich am Start überraschte uns der extra angefertigte Wegweiser. So konnte ja nichts schief gehen. Wir machten die Caches #1-#8 und sind dann gleich weiter zur #88 gelaufen. So konnte man eine gute Runde von ca. 15km erwandern.

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Bereits bei diesem ersten Teil der Runde war mir klar, dass das keiner dieser Powertrails ist, von denen ich immer Abstand nehme (also die, bei der jeder Cache wie der andere ist und nicht sehr kreativ).  Jeder einzelne Cache ist hierbei ideal an die Umgebung angepasst und es wurden sich immer wieder neue Dinge ausgedacht. Besonders begeistert war ich an diesem Tag von der #89. Wer also nur Sahnestückchen herauspicken will, sollte diesen unbedingt machen. Die Wanderung führte uns über das Feld, durch den Wald, an Teichen vorbei und wieder zum Ort Kummro. Wir haben unterwegs sehr viele Tiere getroffen: Pferde, Hunde, Hühner, Gänse, Fischreiher, … So macht das Wandern doch Spaß.

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Am Samstag war dann leider Gewitter angekündigt und es war uns zu riskant, mit dem Rad zu fahren. Die Entscheidung, mit dem Auto zu fahren, war auch die Richtige, wie sich später zeigte. Wir haben also einige Wegstrecken mit dem Auto bewältigt, andere sind wir zu Fuß gegangen. Insbesondere der Weg zwischen Kieselwitz und Wirchensee muss gelaufen werden, da dieser nicht einmal Radfahrern empfohlen ist (es ist für ein Auto auch einfach unmöglich, da langzufahren). Dieser Weg war aber das Highlight der Samstagsrunde. Die Schlaube immer rechts neben sich, wandert man den offiziellen Schlaubetal-Wanderweg entland und entdeckt dabei kleine niedliche Mühlen am Wegesrand. Diese lenken teilweise etwas von den Caches ab, da man dort den Cache vermutet, es ist aber nicht der Fall.

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Da wir das Auto an der Kieselwitzer Mühle geparkt hatten, durften wir den Weg sogar zweimal gehen. Da konnte man dann nochmal auf die wunderschöne Natur achten und die Caches links oder rechts liegen lassen. Wir hatten an diesem Tag wirklich noch geglaubt, wir könnten den Trail schaffen, da wir echt gut in der Zeit waren. Leider aber setzte dann doch der Starkregen ein und das Cachen war absolut unmöglich. Unsere Laufzettel wurden trotz Folie extrem nass und auch den Logbüchern hätte das nicht gut getan. Drei Caches lang haben wir das durchgehalten, dann jedoch nach Cache #69 entschieden, abzubrechen und am Sonntag noch einmal wiederzukommen. Hier zeigte sich also, dass es eine gute Entscheidung war, nicht mit dem Rad gefahren zu sein.

Am Sonntag setzten wir unsere Runde mit dem Auto an der L43 fort. Mit Auto ist das Cachen an der Landstraße nicht sehr empfehlenswert. Es ist zwar eine super gut geteerte Straße, leider gibt es kaum Haltemöglichkeiten und man läuft vieles doppelt. Wir kamen im kleinen Ort Treppeln vorbei und das Treppelpflaster führte uns dann wieder zum Ort Kummro, wo auch noch der Bonus auf uns wartete. Auch in dieser Gegend gab es Tiere, diesmal Kühe.

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Der Bonus toppt dann natürlich noch einmal die gesamte Runde. Dieser kann nur gefunden werden, wenn man sich zwischendurch an bestimmten Caches die Bonuszahlen notiert hat. Man muss dafür nicht alle Caches finden, aber die Bonuswerte sind recht regelmäßig verteilt, sodass man dann eigentlich doch die gesamte Runde macht.

Fazit

Der Schlaubetrail ist absolut empfehlenswert. Die Verstecke sind allesamt sehr kreativ und individuell gestaltet. Sicherlich gibt es zwischendurch auch mal ein Standardversteck, wie Filmdose oder Petling, aber das schmälert den Spaß an dieser Runde keinesfalls. Ich konnte mich sehr für die Runde begeistern, und das, obwohl ich eben kein Freund von Powertrails bin. Sicherlich ist hier das Besondere, dass er so nah an der Heimat liegt. Man lernt die Umgebung noch einmal auf eine andere Art und Weise kennen. Auch war diesmal besonders, dass ich diese Runde mit meiner Mutti absolviert habe, die frischer Cacherneuling ist und diese Runde unbedingt absolvieren wollte. In Dresden habe ich andere Cachingpartner. Es hat sich gezeigt, dass wir ein großartiges Team sind und ich möchte mich an dieser Stelle für das wunderbare Wochenende bedanken. Ebenfalls möchte ich mich bei Holger Bischoff bedanken, der Owner der 111 Caches und dem Bonus. Diese Runde immer aufrecht zu erhalten bedeutet eine Menge Aufwand. Die Logbücher waren immer in einem tadellosen Zustand und es wurden mit viel Liebe zum Detail Dosen gebastelt. Auch wenn es zwischendurch mal gehakt hat, konnte er weiterhelfen.

Nun kann ich mit Stolz das folgende Banner in mein Profil einbinden:

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Eine Woche Urlaub in der Heimat

Von Freitag bis Mittwoch war ich mal wieder in meiner Heimat Eisenhüttenstadt. Grund dafür war ein Klassentreffen mit der Klasse aus der Grundschule (zur 20-jährigen Einschulung), ich habe mir allerdings noch ein weiteres Ziel vorgenommen: Eisenhüttenstadt „leer cachen“. Ich habe mir also gleich mal ein bisschen mehr Urlaub genommen, um meinen Plan in die Tat umzusetzen. Bereits vorher habe ich schon alle Mysterys gelöst. Dann ging es los: Freitag Regen, Samstag Regen, Sonntag Regen, Montag Regen, Dienstag Regen, Mittwoch Sonne (am Abreisetag). Aber ich hatte einen Plan, da war mir das Wetter egal. Ich hatte jeden Tag klitschnasse Schuhe, aber habe auch jeden Tag ein paar Caches gefunden. Besonders gefallen hat es mir, dass in dem Zeitraum, in dem ich in der Heimat war, ein Geocaching-Event statt gefunden hat. So konnte ich endlich mal die örtlichen Geocacher kennenlernen und Kontakte knüpfen. Liebe Grüße an dieser Stelle. Bei meinem Besuch ist mir dabei etwas aufgefallen: in der Eisenhüttenstädter Community läuft es noch „entspannter“ als in der Dresdner Community. In Dresden kommt regelmäßig irgendeine Challenge zum „Schwanzvergleich“ raus, in Eisenhüttenstadt gibt es so etwas nicht. Da geht es noch um das Cachen an sich. Mit den Verstecken wird sich auch viel mehr Mühe gegeben und ich hatte immer wieder etwas zu tun, die gut gemachten Verstecke zu entdecken. Die Verstecke sind ideal an die urbane Umgebung angepasst. Ich habe keine einzige Fotodose gefunden.

Viele Cacher meinen immer, Eisenhüttenstadt selbst sei ein einziger riesiger „Lost Place“. Allerdings gibt es gar nicht so wirklich einen LP-Cache in dieser Stadt, zumindest keinen, der durch ein altes Gebäude führt. In Eisenhüttenstadt gab es zu Kriegszeiten das Arbeitslager „Stalag III B“. Die Überreste dessen kann man nur noch erahnen, aber es gibt einen Cache, der an diese Zeit erinnern soll (http://coord.info/GC4ZNQ0).

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Etwas weiter östlich befand sich ebenfalls ein Arbeitslager aus Kriegsgefangenen, das beim Kraftwerksbau helfen sollte (http://coord.info/GC1HY1F).

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In den Katakomben eines ehemaligen Freibads habe ich sogar einen Schädel entdeckt. Als ich dann mehrere Spinnen im Haar hatte, waren mir die nassen Füße dann auch egal.

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Der Regen hielt an und so dachte ich, wäre es doch am bequemsten, ein paar Mysterys einzusammeln. Mit dem Auto ranfahren, stoppen, loggen, weiter… Aber weit gefehlt. Ich versuchte folgenden Cache: http://coord.info/GC4XQ09. Zunächst wurde ich darauf hingewiesen, dass es sich um Privatgelände handelt, dann bin ich außenrum (in strömendem Regen) und bemerkte schnell, dass man hier nicht wirklich an den Cache kommt. Ich habe meinen ersten NA (needs archived) überhaupt geloggt. Ich war völlig durchnässt und hatte am folgenden Tag sogar noch blaue Flecken durch den Versuch, an einem Zaun, der seitlich mit Stacheln bestückt war, vorbeizukommen. Nun bin ich also gespannt, wie es dort weitergeht.

Ich habe mich also weiter durch die Gegend gecacht. Am Mittwoch war dann endlich schönes Wetter und dafür hatte ich mir die kleine Powertrail-Runde im Südwesten Eisenhüttenstadts vorgenommen. Ich wurde durch Team Schröder Bär und dernettemann15890 incl. Hund Luna begleitet. Die Sonne knallte und da war auch der Hund froh, wenn es ab und zu eine Pfütze gab.

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Es waren alle Verstecke gut zu finden und für einen Hund ist die Runde womöglich ideal. Ich selbst bin kein Hundebesitzer, aber habe gesehen, wieviel Spaß Luna hatte.

Als Abschluss habe ich mich noch einmal mit 4r4c an einem Cache getroffen, bei dem ich 4 Tage zuvor bereits einen DNF geloggt hatte. Dieser musste nun aber vor der Abreise gefunden werden. Bis 4r4c eintraf, genoss ich noch etwas das Wetter und beobachtete Enten am Kanal. Sogar eine Ratte kam vorbeigeschwommen, ich habe aber leider nur die Enten erwischen können.

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Nun ist also Eisenhüttenstadt fast „leer gecacht“. Der NA-Cache ist immer noch auf der Karte und dann befindet sich noch ziemlich zentral ein Traditional, der leider nur mit Boot zu erreichen ist. Das fehlt noch in meiner ECGA.

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Diesen muss ich mir nun für den nächsten Besuch in Eisenhüttenstadt vornehmen, aber so hat man eben immer nochmal Ziele. Eisenhüttenstadt ist nun übersichtlicher geworden, ein Erfolg, an den ich in Dresden nichtmal zu träumen wage.

Eisenhüttenstadt – immer eine Reise wert?

Ich war am Wochenende mal wieder in meiner Heimatstadt Eisenhüttenstadt. Ich muss auch zugeben, dass es nicht die schönste Stadt ist. Sie wurde in der damaligen DDR unter dem Namen „Stalinstadt“ gegründet und war eine Planstadt durch und durch. Es war die erste sozialistische Stadt Deutschlands. Die Stadt blühte und immer mehr Einwohner kamen dazu. Zur Wende hin hatte Eisenhüttenstadt circa 50.000 Einwohner.

Heute ist alles anders. Die Stadt schrumpft, es leben nur noch knapp über 30.000 Leute hier und Wohnhäuser, die damals extra für die wachsende Bevölkerung errichtet wurden, sind längst wieder abgerissen. Auch mein altes Gymnasium musste einem grünen Platz weichen.

Sooo attraktiv ist die Stadt also nicht mehr. Ein Kumpel meinte mal zu mir „ein schöner großer Lost Place“. Und davon gibt es dort tatsächlich einige.

Aber wieso schreibe ich diesen Beitrag? Ich muss sagen, bzgl. Geocaching wurde ich am Wochenende echt positiv überrascht. Wenn ich sonst cachen gehe, und ich lese, dass es sich dabei um die Grüße „Mikro“ handelt, denke ich immer „Wieder so eine blöde Filmdose.“, jedoch war dies hier überhaupt nicht der Fall. Jede Dose war anders und es waren sehr überraschende Verstecke dabei, wie z.B. bei diesem hier: http://coord.info/GC4E0C0 . Aber den müsst ihr schon selbst suchen und nach einer Stunde verzweifeln.

Ein weiteres Highlight in dieser Gegend ist der Nachtcache http://coord.info/GC2G55N, den ich schon vor einer Weile mal gemacht hat. Ein gruseliger Horrorcache mit Special Effects. Sehr aufwändig gestaltet. Leider ist dieser gerade deaktiviert. Ich hoffe, dass er wieder aufgebaut wird.

Außerdem ist der Schlaubetrail (http://www.schlaubetrail.blogspot.de/) ein begehrtes Ziel von Geocachern. Ich selbst habe ihn noch nicht absolviert, aber ich habe von vielen Cachern nur Gutes gehört.

Wer mehr über die Geocachingszene aus Eisenhüttenstadt erfahren will, kann mal bei www.stammtisch-eh.de vorbeischauen.