Ausflugstipp: Berliner Unterwelten

Geocaching hat den einen oder anderen Cacher sicher schonmal in einen sogenannten „Lost Place“ geführt. Für viele Cacher sind diese Orte besonders anziehend und die Popularität spiegelt sich auch in Namensgebungen wie dem „Lost Place Shop“ in Berlin oder den „LostPlaces4theKingz“ wieder. Häufig wird der Cache selbst dabei zur Nebensache und das Erkunden des Geländes viel spannender. Nicht selten gelangt man dabei in alte Bunkeranlagen, in Tunnel unter Gebäuden oder alte Abwassersysteme.

In Berlin gibt es die Möglichkeit, solche geheimen Orte unter der Oberfläche ganz offiziell zu besuchen. Hier gibt es den „Berliner Unterwelten e.V.“, welcher den Zweck verfolgt, den Berliner Untergrund zu erforschen und geschichtliche Zusammenhänge zu dokumentieren; und im Untergrund einer so geschichtsträchtigen Stadt gibt es so einiges zu entdecken. Wenn ich an Berlin denke, fallen mir da folgende Themen ein: Bunkeranlagen, Abwassersystem, U-Bahn-Netz und Fluchttunnel. Sicher gibt es da noch einiges mehr.

Der Berliner Unterwelten e.V. bietet im Rahmen seiner Vereinstätigkeiten Führungen an, welche mittlerweile sehr populär geworden sind. Diese sind aktuell:

Ich habe vor zwei Wochen die Tour M besucht. Für diese Tour ist es wichtig, rechtzeitig vor Ort zu sein, denn man kann nur am Tag der Führung Tickets besorgen und kann nicht vorreservieren. So haben wir nicht die erste Tour erhalten, sondern mussten die Tour drei Stunden später auswählen. Die Tour M dauerte zwei Stunden. Ein Referent und sein Begleiter führten uns von Berlin-Gesundbrunnen durch den Untergrund bis zur Station Bernauer Straße. Zwischendurch sind wir ein paar Stationen U-Bahn gefahren. Wir gingen durch alte Bunkeranlagen und bekamen interessante Informationen, und vor allem Anekdoten, zum Thema Ausbruch aus der DDR mit dem Fokus der Mauerdurchbrüche. So erfuhr ich, was es mit den Berliner „Geisterbahnhöfen“ auf sich hat und wie die Konsistenz des Bodens in Berlin ist.

Leider kann man während der Führungen keine Fotos machen. Man muss die Eindrücke also in seinem Kopf behalten und kann sich ganz in Ruhe auf die Erzählungen des Referenten konzentrieren.

Neben den Führungen gibt es auch zwei Dauerausstellungen: Mythos Germania und Altes Wasserwerk. Mythos Germania beleuchtet Architektur und Städtebau im Berlin der NS-Zeit und analysiert die ideologischen Zielsetzungen und verbrecherischen Konsequenzen. Die Architektur von Albert Speer ist noch heute im Berliner Stadtbild wahrnehmbar (siehe Olympiastadion Berlin). Früher gab es in Berlin dazu sogar eine eigene Cacheserie vom Cacher Ainadilion. Bei der zweiten Dauerausstellung im alten Wasserwerk werden auf mehr als 7.000 Quadratmetern die Geschichte der Wasserversorgung, der frühen Schmutzwasserbeseitigung und der späteren Abwasserbehandlung Berlins im Innen- sowie im Außenbereich erzählt (Quelle: Berliner Unterwelten).

Sowohl Führungen als auch ein Besuch der Ausstellungen eignen sich ideal für einen Ausflug an einem Schlecht-Wetter-Tag. Wer in Berlin ist, sollte wirklich versuchen, an einer der vielen Führungen teilzunehmen und so ein Berlin im Untergrund zu erleben, welches quasi noch fast im Originalzustand zu besichtigen ist. Man sollte beachten, dass sich die Führungen und Ausstellungen generell an ein erwachsenes Publikum richten und für Kinder unter 7 Jahren nicht zugänglich sind. Bei einigen Touren gilt sogar ein Mindestalter von 14 bzw. 18 Jahren.

Gewinnspiel

Der Berliner Unterwelten e.V. stellt mir jeweils zwei Karten für die beiden oben erwähnten Ausstellungen zur Verfügung. Unter allen Kommentaren, die bis zum 16.07.2017 um 22.00 Uhr eingehen, verlose ich daher

  • 2 Tickets zur Ausstellung Mythos Germania
  • 2 Tickets zur Ausstellung im Alten Wasserwerk.