Dieses Jahr hat es uns nach Frankreich verschlagen – genauer gesagt nach Nantes. Für uns war es ein ganz besonderer Urlaub, denn es war der erste große Sommerurlaub mit unserem Cachernachwuchs Dinosaugier. Zwei Wochen lang haben wir die Stadt erkundet, Geocaches gesucht, Ausflüge unternommen und viele Eindrücke gesammelt, die ich hier mit euch teilen möchte.
Die Anreise: Berlin – Paris – Nantes
Wir haben uns für die Anreise mit dem Zug entschieden. Von Berlin nach Paris gibt es inzwischen eine Direktverbindung, die knapp acht Stunden dauert. Allerdings besitzt Paris nur Kopfbahnhöfe, und so mussten wir vom Gare de l’Est quer durch die Stadt zum Gare Montparnasse umsteigen, um in Richtung Nantes weiterzufahren. Die von der Deutschen Bahn vorgesehene Umstiegszeit war uns viel zu knapp, deshalb haben wir auf der Hin- und Rückreise jeweils noch eine Übernachtung in Paris eingeplant.
Wir reisten zu viert: mein Mann, seine große Tochter BerlinaKatze, unsere kleine Tochter Dinosaugier und ich. Schon am ersten Abend haben wir noch ein wenig Sightseeing gemacht und den Montmartre besucht. Die Stimmung am Abend war fantastisch – und für den Virtual Cache haben wir sogar den Kinderwagen die Treppen hochgetragen.
Paris selbst wirkte im Vergleich zu Berlin sehr eng – draußen wie drinnen. In beiden Hotels waren die Treppenhäuser schmal, und der Fahrstuhl war so klein, dass der Kinderwagen nicht hineinpasste. Auch beim Geocaching setzte sich dieser Eindruck fort: In Paris haben wir vor allem Nanocaches gefunden.

Ein schöner Platz beim Centre Pompidou mit dem virtuellen Cache Zeitgeist.

Hier kann man den virtuellen Cache Allo j’écoute ! loggen.
Ankunft in Nantes
Am nächsten Tag ging es mit dem Zug in nur zwei Stunden weiter nach Nantes. Unsere Unterkunft lag gleich in Bahnhofsnähe – ein guter Ausgangspunkt für unsere Unternehmungen.
Auch in Nantes haben wir viele Nano-Geocaches gefunden. Es gab selten größere Dosen, in die man wirklich etwas hineinlegen konnte. Trotzdem gab es einige besondere Caches, die herausstachen:
- Nantes à vélo: Ein Cache direkt am Bahnhof von Nantes, der wirklich sehr unauffällig und relativ muggelsicher ist.
- 20 000 lieux sous la Loire in Anspielung an Jules Vernes „20 000 Meilen unter dem Meer“.
- Jardin Kadupo: ein Wherigo-Cache im Jardin des Plantes mit passend gestaltetem Finale.
Sehenswürdigkeiten in Nantes
Nantes selbst hat unglaublich viel zu bieten – sowohl fürs Auge als auch fürs GPS-Gerät:
- Jardin des Plantes
Ein wunderschöner botanischer Garten mitten in der Stadt. Natürlich gibt es dazu auch eine Adventure Lab Runde und einen Multicache
- Japanischer Garten auf der Île de Versailles
Eine grüne Oase mit fernöstlichem Flair. Auch hier begleitet eine Adventure Lab Runde den Besuch. - Jardins Extraordinaire
Ein Garten etwas abseits der Altstadt, gut mit der Fähre von der Île de Nantes zu erreichen und allein wegen der Fähre schon einen Ausflug wert. - Machines de l’Île
Über die Machines de l’Île könnte man einen eigenen Beitrag schreiben. Diese sind das absolute Highlight bei einem Besuch in Nantes! Auf der Île de Nantes befinden sich mehrere aus Maschinen gebaute Wesen. Das herausragendste Wesen ist dabei ein gigantischer Elefant, auf dem man sogar mitreiten kann und der unterwegs Wasser spritzt. Dann gibt es dort noch eine Galerie, ein Kinderkarussell und das Karussell Mondes Marins – eine fantasievolle Unterwasserwelt im Steampunk-Stil, die auch bei Erwachsenen für Begeisterung sorgt. Die dort befindlichen Caches macht man eher nebenbei, hier geht es um die Sache an sich.Der Cache Les Nefs in der Nähe des Elefanten.
- Das Schloss von Nantes:
Das Château des Ducs de Bretagne ist das historische Wahrzeichen der Stadt. Die imposante Burganlage beherbergt ein Museum zur Geschichte von Nantes und lädt zu einem Spaziergang über die alten Stadtmauern ein – ein perfekter Ort für einen familienfreundlichen Abstecher zwischen den Caches. - La tour LU
Der LU-Turm ist ein markantes Wahrzeichen von Nantes und war ursprünglich Teil der LU-Biskuitfabrik. Die Fabrik wurde 1974 abgerissen, wobei der westliche Turm vollständig zerstört wurde. Der verbleibende Turm wurde 1998 originalgetreu restauriert und ist heute ein kulturelles Zentrum namens Le Lieu Unique. Der 38 Meter hohe Turm bietet eine beeindruckende Aussicht auf die Stadt und beherbergt Ausstellungen sowie Veranstaltungen.
- Atlantikküste
Nur eine kurze Fahrt von Nantes entfernt. Wir haben zweimal schöne Badetage verbracht – und natürlich auch dort wieder ein paar Caches gefunden.Die Ozeanschlange. Passender Cache dazu: Le serpent de mer
Der Bonus zur Adventure Lab Runde im Ort Pornichet
Praktische Erfahrungen und Tipps
- Cachetypen-Vielfalt: Im kleinen Umkreis rund um den Stadtkern findet man fast alle gängigen Cachetypen. (Traditional, Multi, Mystery, Wherigo, Letterbox, Adventure Lab, Virtual Cache, Earthcache) Wer es also auf solch eine Challenge abgesehen hat und noch nie in Nantes war, kann hier viele Cachetypen an einem Tag finden. Nahezu jede Adventure-Lab-Runde besitzt einen Bonus, Mysterys findet man also schnell.
- Unterwegs mit Kind: Wir waren hauptsächlich mit unserem Thule Chariot Fahrradanhänger unterwegs. An Reisetagen diente er als Gepäckträger, ansonsten als Kinderwagen für den Dinosaugier. Nur in der Passage Pommeraye mussten wir uns abwechseln, damit jeder einmal die Passage sehen kann.
- ÖPNV-Tipp: In Nantes ist der öffentliche Nahverkehr am Wochenende kostenlos.
- Grüne Linie: Die Grüne Linie ist ein gut markierter Stadtrundweg, der sich durch Nantes zieht und zahlreiche Sehenswürdigkeiten miteinander verbindet. Sie führt vorbei an Parks, historischen Gebäuden und kulturellen Highlights und lässt sich ideal mit Geocaching kombinieren – eine perfekte Möglichkeit, Sightseeing und Schatzsuche zu verbinden.
- Sprachliche Erfahrungen: Ich habe oft versucht, auf Französisch zu sprechen. Die Franzosen und Französinnen waren darüber alles andere als verärgert (wie einem manchmal noch erklärt wird. Die Erfahrung war eine andere: manchmal wurde einfach schnell Französisch gesprochen, manchmal auf Englisch gewechselt, und am besten waren die Fälle, in denen langsam und deutlich Französisch gesprochen wurde, da erkannt wurde, dass ich nicht Muttersprachlerin bin – so konnte ich fast alles gut verstehen.
Die Rückreise: Paris mit dem Eiffelturm
Auf der Rückreise haben wir noch einmal Paris besucht. Natürlich ging es zum Eiffelturm, wo wir mehrere Virtual Caches loggen konnten. Ein kurzer Abstecher führte uns auch zum Louvre – nur von außen, aber ebenfalls für einen Virtual Cache geeignet.

Ein virtueller Cache direkt unter dem Eiffelturm.

Auch am Louvre kann man einen virtuellen Cache loggen.
Ein Highlight war der Fund einer sehr großen Letterbox (large) mitten in Paris – ein seltener und besonders schöner Cache auf unserer Reise.
Fazit
Für uns war Nantes die perfekte Mischung aus Familienurlaub, Geocaching-Abenteuer und Stadterlebnis. Die Stadt ist lebendig, kreativ und voller kleiner Entdeckungen.
Auch die Stopps in Paris haben unser Abenteuer abgerundet – zwischen Sightseeing, Virtuals und der besonderen Letterbox hatten wir jede Menge Spaß.
Wir hatten zwei wunderbare Wochen – und ich kann Nantes jedem empfehlen, der Lust auf abwechslungsreiches Sightseeing und spannendes Geocaching hat.
Habt ihr selbst schon in Frankreich gecacht – vielleicht sogar in Nantes oder Paris? Erzählt mir gern in den Kommentaren von euren Erlebnissen!
Danke für deinen Einblick. Sehr Interessant und macht gleich auch Laune diese caches zu suchen.