Buchvorstellung: Jäger des versteckten Schatzes

Am Montag, den 13.06.2016, war es nun endlich so weit: das lang ersehnte Buch von Ingo Oschmann mit dem Titel „Jäger des versteckten Schatze“ wurde veröffentlicht. Bereits 2014 wurde eine Veröffentlichung angekündigt und diese immer wieder nach hinten geschoben. Somit sind die Cacher natürlich umso gespannter, was genau einen dort erwartet.

Jaeger des versteckten Schatzes von Ingo Oschmann

Jäger des versteckten Schatzes von Ingo Oschmann

Die ersten Fragen, die sich dabei stellen: Muss denn nach Bernhard Hoëcker ein weiterer Comedian ein Buch über das Geocaching schreiben? Möchte der Autor vielleicht etwas vom großen Kuchen abhaben, nachdem er gesehen hat, wie erfolgreich Geocaching ist? Zu diesen Fragen werde ich mich weiter unten äußern.

Zunächst einmal die Eckdaten: Das Taschenbuch „Jäger des versteckten Schatzes“ vom Heyne-Verlag umfasst 368 Seiten und 48 s/w-Abbildungen. Der Inhalt des Buches gliedert sich folgendermaßen:

  1. Einleitung
  2. Wie alles begann: Vom Couch Potato zum Jäger des versteckten Schatzes!
  3. Komm mit mir auf Schatzsuche
  4. Dein erster selbst gefundener Cache
  5. Die Grundlagen des Geocaching
  6. Cacheurlaub
  7. Einen Geocache selbst legen
  8. Der Geocacher – eine ganz besondere Spezies
  9. Wo kommt das Geocaching her, wo geht es hin?
  10. Und zum Schluss

Ingo Oschmann selbst schreibt zu dem Buch: „Dieses Buch ist das erste Geocachingbuch der Welt, das dir hilft, jetzt und sofort selbst einen Geocache zu finden. Ich nehme dich nicht nur an die hand, sondern trage dich förmlich bis zum Ziel. Gemeinsam werden wir Schritt für Schritt die einzelnen Punkte durchgehen, bis du gleich deinen ersten selbstgefundenen Schatz in den Händen hältst. Nicht nur theoretisch, sondern ganz real.“

Solch eine Aussage macht mich stutzig: das erste Buch, das dabei hilft, selbst einen Cache zu finden? Was ist denn mit dem schon längst zum Standardwerk avancierten „Geocaching I“ von Markus Gründel? Dieses beschreibt doch nahezu perfekt alles, was man zum Geocaching wissen sollte. Nichtsdestotrotz habe ich mich also mal daran gesetzt und das Buch von Ingo Oschmann genauer betrachtet.

Was natürlich sofort auffällt ist die große Seitenanzahl. 368 Seiten sind relativ viel für ein Geocachingbuch und so hat es nun auch eine Weile gebraucht, bis ich es vollständig durchgelesen habe. Zwischendurch sind immer mal Schwarzweißbilder eingefügt, die sicherlich lustig und interessant wären, wenn man sie denn ordentlich erkennen würde. Die ersten 50 Seiten haben mir das Lesen wirklich schwer gemacht. Da zeigt sich vielleicht, ob man Fan von Ingo Oschmann ist. In fast jedem Satz schien es so, als wollte sich unbedingt ein Witz hineindrücken, welcher leider nicht meinem Humor entsprach. Aber ich hielt durch und habe weiter gelesen und es wurde besser. Man merkt, dass Ingo Oschmann wirklich Ahnung vom Geocaching hat und es wirklich betreibt. Er kombiniert Fachwissen mit netten Anekdoten, in denen man sich als Geocacher gern mal wiederfindet (und ich selbst finde es schade, dass ich schon lange keine so tollen Cacheerlebnisse mehr hatte wie diese im Buch beschrieben werden). Der aufgedrückte Humor vom Anfang verschwindet im Laufe des Buches und der Autor konnte mir das ein oder andere Lächeln entlocken.

Falls man zu faul zum Lesen ist, gibt es immer mal eingerahmte Kästen, die das Wichtigste des Kapitels zusammenfassen. Auch weist Herr Oschmann dabei wiederholt auf die Gefahren beim Geocaching und das richtige Verhalten hin. Ebenfalls in grauen Kästen erscheinen manchmal kleine Cacherweisheiten, die mehr schlechte Reime als alles andere sind. Beispiele davon: „Hat der Cacher keinen Plan, wird er ohne Navi fahr’n.“ oder „Ein Wherigo ist virtuell, doch trotzdem läufst du besser schnell.“

Nach Durchlesen des Buches kann ich aber verstehen, was Ingo Oschmann mit obiger Aussage meint: Es wird tatsächlich Schritt für Schritt erklärt, wie man einen Geocache findet. Sogar die einzelnen Buttons, die man auf der Homepage bei Geocaching.com dabei anklicken muss, werden dabei erklärt. Dies ist sehr spezifisch auf die Seite von Groundspeak angepasst, aber auf irgendeine Plattform sollte man sich schon festlegen (also verständlich). Problematisch wird dies vielleicht, wenn Groundspeak irgendwann mal wieder ein Update macht und man die Punkte gerade nicht dort findet, wie sie in dem Buch beschrieben werden.

Durch die Presse ist ja bekannt, dass das Buch bereits 2014 veröffentlicht werden sollte und bereits am Montag, am Tag der Veröffentlichung, waren einige Sachen im Buch unaktuell. Er spricht von eigenen, noch aktiven Caches, die jedoch nicht mehr auf der Karte zu finden sind. Giga-Events werden bei den Cachetypen nicht mit aufgelistet und bei den Challenge-Caches ist auch noch von momentan nicht mehr veröffentlichbaren Caches die Rede (seit letztem Monat kann man diese wieder veröffentlichen). Da war das Buch aber sicherlich auch schon im Druck.

Um nun auf meine obigen Fragen zurückzukehren: Der Autor wirkt keinesfalls wie ein Trittbrettfahrer. Er hat viel Erfahrung mit dem Thema Geocaching und kann dies sehr gut in dem Buch widerspiegeln. Das Buch eignet sich wirklich gut für Anfänger. Als erfahrener Geocacher lernt man hier nicht mehr viel dazu, schmunzelt aber doch über die ein oder andere Anekdote.

Wer nun Lust auf mehr bekommen hat, kann das Buch direkt unter folgendem Link bei Amazon bestellen:


4 thoughts on “Buchvorstellung: Jäger des versteckten Schatzes

  1. Gut geschriebene Rezension, die Lust auf mehr macht…
    Da ich mich aber gut genug kenne, weiß ich, dass das Lesen von 368 gedruckten Seiten bei mir ein frommer Wunsch bleiben wird. 😉

    VG Olli

  2. Pingback: Meine Rezension von “Jäger des versteckten Schatzes” – Saarfuchs on Tour!

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