Der “schnelle” Russlandpunkt: Kaliningrad

Russland ist das größte Land der Welt. Umso mehr reizt es viele Cacher, einen Cache genau in diesem Land zu finden, denn ein Einfärben dieses Landes auf der Geocachingkarte macht einen großen Teil der gesamten Welt aus.

Bisher war es schwierig, mal eben nach Russland einzureisen. Man muss ein Visum beantragen, dafür Geld bezahlen, beim russischen Konsulat vorsprechen, evtl. eine Einladung in das Land haben, usw.

Seit dem 1. Juli 2019 gibt es nun aber eine vereinfachte Variante, nach Russland zu reisen und sich dort seinen Statistikpunkt zu holen: ein E-Visum für das Kaliningrader Gebiet. Nähere Informationen dazu gibt es hier. Man beantragt das Visum online (max. 30 Tage vor Anreise), erhält die Genehmigung innerhalb von 4 Tagen und kann dann bis zu 8 Tage in dieses Gebiet einreisen. Außerdem ist dieses kostenlos. (Seit dem 1. Oktober ist dies wohl auch für St. Petersburg möglich, siehe hier.)

Die russische Exklave

Von dieser neuen Variante des russischen Visums haben mein Freund und ich letzten Monat Gebrauch gemacht. Von Danzig aus sind wir mit dem Fernbus nach Kaliningrad gereist. (Ein separater Beitrag zu Danzig wird folgen.)

Die Anzahl der Caches im Oblast Kaliningrad ist überschaubar. In der Hauptstadt selbst, dem ehemaligen Königsberg, gibt es gerade einmal drei Caches.

Caches im Kaliningrader Gebiet

Caches in der Stadt Kaliningrad

Wir haben nur die Hauptstadt besucht, obwohl der Nationalpark Kurische Nehrung wohl sehr sehenswert sein soll. Da wir aber nur eine Nacht in Kaliningrad verbrachten, hatten wir nicht so viel Zeit, all die schönen Seiten des Kaliningrader Gebiets kennenzulernen. Somit waren die drei dort vorhandenen Caches das Ziel. Ein Cache liegt am Wahrzeichen der Stadt: Dem Königsberger Dom (https://coord.info/GC5CFFG). Direkt daneben befindet sich das Grab Immanuel Kants, einem der bedeutendsten deutschen Philosophen.

Blick auf den Königsberger Dom

Der Dom von der Westseite

Der erste Cache in Russland (links hinten ist das Grab Immanuel Kants)

Ein weiterer Cache befindet sich am Meereskundemuseum (https://coord.info/GC5XA64), ein gut zu lösender Mystery-Cache. Beim dritten Cache hatten wir leider nicht so viel Glück: https://coord.info/GC7MVHM. Die Dose war zum Zeitpunkt unseres Besuchs nicht vor Ort, aber wir haben dadurch einen Bunker mitten in der Stadt kennengelernt, welcher nun eine Ausstellung zur Bombardierung Königsbergs im zweiten Weltkrieg beherbergt.

Denkmal des St. Nikolaus

In diesem Museum haben wir auch erfahren, wie Königsberg damals aussah und wieviel davon heute noch vorhanden ist. Im zweiten Weltkrieg wurde sehr viel zerstört und es gibt nur noch sehr wenige Originalgebäude. Der Dom wurde erst in der 90er Jahren wieder aufgebaut. Wir entschlossen uns dazu, an der ehemaligen Stadtmauer entlangzugehen. Das eine oder andere alte Stadttor konnten wir dabei noch entdecken, wie z. B. das Brandenburger Tor. Auch der Dohnaturm, welcher nun das Kaliningrader Bernsteinmuseum beherbergt, ist ein Relikt aus alten Zeiten.

Durch den Verlust vieler ursprünglicher Gebäude ist das Stadtbild vor allem von einem Bautyp geprägt: Plattenbauten. Es gibt kaum einen Ort in Kaliningrad, wo kein Plattenbau steht.

Platte in Platte

Eine weitere Platte

Wie für eine russische Stadt typisch, gibt es aber auch sehr viele sowjetische Denkmäler. So kamen wir am Siegesplatz (Plosjtsjad Pobedy) vorbei, auf dem sowohl eine große Triumphsäule als auch eine russisch-orthodoxe Kirche mit den typischen Zwiebeltürmen steht. Weiterhin besuchten wir den Siegespark mit mindestens fünf Denkmälern.

Triumphsäule

Christ-Erlöser-Kathedrale

Für den Besuch der Stadt Kaliningrad sind zwei Tage völlig ausreichend. Möchte man jedoch die Natur im Kaliningrader Gebiet genießen, so sollte man mehr Tage für seinen Aufenthalt einplanen (mit dem E-Visum maximal acht Tage). Ein paar Russischkenntnisse zu haben wäre hilfreich, zumindest sollte man die kyrillische Schrift lesen können. Dann lässt sich schon vieles ableiten. Wir haben es teilweise auch mit Englisch versucht, aber nicht alle Einwohner sprechen Englisch. Kaliningrad baut seinen Tourismus momentan immer mehr aus. Einen gewissen Teil dazu hat vor allem die WM im letzten Jahr beigetragen. Wir konnten einige Hotels sehen, die noch keine fünf Jahre stehen. Ebenso wurde die Promenade am Pregel völlig neu gestaltet.

Blick über den Pregel in Richtung Meereskundemuseum

Kaliningrad ist sicherlich nicht die sehenswerteste Stadt Russlands, aber interessant ist es allemal – und wahrscheinlich ist es auch die einfachste Variante, Russland auf der Karte einzufärben.

Russland ist nun eingefärbt

3 Kommentare zu “Der “schnelle” Russlandpunkt: Kaliningrad

  1. Wi_M_Tölke

    Momentan dürfen nach St. Petersburg nur 12 Länder das Onlinevisum beantragen. Deutschland zählt leider noch nicht dazu. Aber bis 2021 sollen weitere Städte folgen.

  2. Prattenberg

    Danke für diesen tollen Tipp!

    Wird gleich mal abgespeichert, denn das Ländersouvenir RU ist einfach zu verlockend!

    Und Polen fehlt ja auch noch, das geht dann gleich von selbst mit .

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