Gastbeitrag: Geocachen in Moskau und auf der Krim

Die Geocacher Hallole und Ezh_gps waren im vergangenen Jahr auf der Krim zum Geocachen. Hallole schrieb mich an und fragte, ob dieses Thema für diesen Blog interessant wäre. Er habe Lust, von seiner Reise zu berichten. Ich musste nicht lange überlegen. Gern veröffentliche ich Gastbeiträge über interessante Geocacherreisen (es ist ja nicht das erste Mal) und dieser Beitrag ist wirklich sehr spannend. Aber lest selbst:

Geocachen in Moskau und auf der Krim

Endlich stand das Auto auf der Fähre. Nun würde der besonders spannende Teil einer besonders spannenden Reise beginnen. In weniger als einer halben Stunde würden wir die Krim betreten. Für das westliche Ausland einen Teil der Ukraine, für Russland seit 2014 wieder ein integraler Bestandteil seines Territoriums. Für mich eine Region, in der sich viele Kulturen treffen, die ich lange sehen wollte. Und für meinen Begleiter Petr würde es ein Wiedersehen mit dem Land werden, in dem er einst Urlaube verbracht hatte, als noch keine Grenzen die damalige Sowjetunion zerteilten. Diplomatische Betreuung würde für mich wegfallen, Kreditkarten würden nicht mehr zu nutzen sein, und dennoch würde es sich als unproblematische und unglaublich interessante Reise erweisen.

Vorbereitung auf die Krim im Fährhafen von Port Kawkas

Wie kommt man als Cacher auf die Idee, ausgerechnet auf die Krim zu reisen, wo es im Sommer letzten Jahres für uns exakt 17 Caches zu finden gab (ok, es sind sehr viel mehr Caches, aber die sind bei geocaching.su und nicht bei geocaching.com gelistet)? Begonnen hatte das wohl bei einer kleinen Irlandreise im Jahr davor, wie sie ja viele Geocacher machen. Wie wäre es mal mit etwas Ungewöhnlichem? Z. B. Russland – stammt doch Cacherkollege Pjotr aus diesem Land, was für mich die fehlenden Sprachkenntnisse kompensieren könnte. St. Petersburg wäre schön, oder wie wäre es mit… der Krim? Ich liebe Ziele, die nicht ganz so leicht zu erreichen sind, das wäre es doch. Ja, und wenn schon Krim, dann ginge es über Moskau, also könnte man auch dort mindestens einen Tag bleiben. Und außerdem wollte ich doch immer gerne auf die Tamanhalbinsel, wo mein Großvater vor nunmehr 74 Jahren die Gegend im Tagebuch beschrieben hatte. Und langsam nahm die Planung Gestalt an: Erst nach Moskau, dann mit dem Flugzeug nach Krasnodar. Von dort mit dem Mietwagen entlang des Vorkaukasus auf die Tamanhalbinsel, mit der Fähre auf die Krim, und dann entlang der Südküste und durch das Krimgebirge bis nach Sewastopol, zuletzt mit dem Flugzeug von Simferopol nach Moskau zurück. 10 Tage standen zur Verfügung, einige Vorbereitung wartete auf uns und besonders auf mich. Denn erstmal wartete die Prozedur für ein Visum. Da die Krim vom Westen boykottiert wird, war auch die Organisation von Quartieren nicht ganz einfach. Aber wenn man booking.com auf Russisch umstellt, geht es problemlos. Auch mit westlichen Kreditkarten. Es fand sich also für alles eine Lösung, und irgendwann ging es tatsächlich los. Im Jahr davor hatte ich eine Tagestour von Ungarn aus durch die Ukraine nach Rumänien unternommen, und mir meinen Länderpunkt dafür verdient. Das ist auch gut so, denn nach einem Besuch der Krim dürfte für mich ein weiterer Aufenthalt in der Ukraine u. U. schwierig werden. In jedem Falle freute ich mich nun sehr auf Kontraste in Russland – von der Hauptstadt bis zum Schwarzen Meer.

Die Quartiere sind gebucht, es kann losgehen!

Nach dem Flug von Berlin aus schon am ersten Abend der erste Spaziergang durch Moskau. So vieles vom Lesen und aus dem Fernsehen bekannt, aber noch viel imposanter, wenn man es direkt sieht. Schon die Metro mit ihren unglaublich langen Rolltreppen ließ mich staunen, dann auch der berühmte Rote Platz. Ebenfalls noch am ersten Abend wurde der Alexandergarten mit dem Gedenkort für die Soldaten des Zweiten Weltkriegs und den Gedenksteinen für die „Heldenstädte“ besucht. Dies würde die ganze Reise durch so bleiben – überall sollte ich daran erinnert werden, wie Deutsche dieses Land vor nicht allzu langer Zeit verheerten und wie viele Opfer dieser Krieg am Ende forderte.

Gedenken für die Opfer des Krieges

Am zweiten Tag folgten Spaziergänge kreuz und quer durch‘s Zentrum. Einmal um und in den Kreml, eine Besichtigung der zahlreichen Kirchen im Kreml, und natürlich wurden auch einige Caches besucht. Insgesamt konnte ich in Moskau drei Mysteries, einen Wherigo, einen Multi sowie sechs Tradis finden – für Petr waren es etwas weniger, hatte einige davon schon früher gefunden. Dabei ist der dem Kreml gewidmete Wherigo besonders empfehlenswert (GC2Q7KY)!

Moskauer Ansicht: Goldene Kuppeln und stalin’scher Zuckerbäckerstil

Am nächsten Tag ging es dann mit dem Flieger nach Krasnodar, in die südrussische Landschaft am Kuban-Fluss. Von dort aus konnten wir uns mit einem zuverlässigen Auto weiterbewegen, und zwar zuerst einmal zu einem Multi (GC75ZB6) in Krasnodar, der bis an den Kubanfluss führte. Alle Caches, die wir hier in Südrussland besuchten, werden doch recht selten geloggt, so dass die Suche immer ein Abenteuer war. In Krasnodar folgten ein weiterer Multi (GC749XG) über den zentralen Friedhof, der wie so oft vieles vom Leben in der Stadt zeigte, sowie ein Earthcache (GC73FZ8) und auf der weiteren Fahrt zwei Tradis. Ein Tradi war dem Gedenkort für zwei im letzten Krieg gefallene Brüder gewidmet, wobei wir das Grab der Brüder schon vorher auf dem Friedhof gesehen hatten. Bewegende Schicksale!

Grab auf dem Friedhof von Krasnodar

Eine wichtige Station wurde für uns die kleine, einst von Kosaken gegründete Stadt Abinsk. Hier an den Ausläufern des Kaukasus warteten die einzigen in der Region erreichbaren Tradis auf uns, einer auf geocaching.com bisher ungeloggt (GC5P2WR). Den FTF wollten wir versuchen! Vorher hatte ich mir manche Gedanken gemacht, ob alles gut gehen würde, 5 km bis zu der entlegen in einem ehemaligen Quecksilberbergwerk gelegenen Dose zu wandern. Nachdem wir einen kleinen Fluss überquert hatten, leider ohne Brücke, stellte sich das aber als weniger schwierig als erwartet heraus, offensichtlich wird dort öfter gewandert. Die Abraumhalden waren bald erreicht, und auch der Stollen mit der Dose wurde schnell entdeckt. Anschließend genossen wir die Einsamkeit und die weiten Blicke auf die sich weit erstreckenden Hügel.

FTF-Log im Vorkaukasus

Zurück am Auto stellte sich die Frage, ob wir den nächsten Tradi (GC39KAB) auch noch angehen wollten. Dieser war zwar nur 15 km entfernt, aber es waren 40 km über Nebenstrecken zu fahren. Egal, am späten Nachmittag standen wir an einem möglichen Parkplatz. Nun war der Tradi auf dem 541 m hohen Berg nur noch 3 km Luftlinie entfernt, lag aber gut 330 m höher. Über schlechte Forstwege ging es immer näher heran und zuletzt steil bergauf. In der beginnenden Abenddämmerung standen wir tatsächlich am Gipfel, und waren überwältigt. Der Berg warf einen gewaltigen Schatten auf die Landschaft vor uns, und die im Gegenlicht beschienenen Gipfel des Kaukasus in Richtung Schwarzes Meer bildeten endlose bewaldete Reihen. Keine Siedlung war dort mehr vorhanden und irgendwo in der Ferne musste das Schwarze Meer sein. Nachdem der Tradi auf dem Gipfel dann sogar gefunden und geloggt war, bestaunten wir die unzähligen Blumen, betrachteten das Kreuz, das an die Kampfhandlungen auf dem Berg 1942 erinnerte, und begannen irgendwann den Abstieg, um im Stockdunklen wieder das Auto zu erreichen. Was für ein unglaublicher Tag, mit Eindrücken für die nächsten Jahrzehnte!

Unser Berg wirft Schatten – auf dem Schize (541 m)

Abenddämmerung auf dem Schize (541 m) – Berge bis zum Horizont

Am nächsten Tag erreichten wir das Asowsche Meer bei Temrjuk, wo wir den einzigen Cache der Region und des Tages besuchten. In dieser Gegend waren wir ein wenig auf den Spuren meines Großvaters und besuchten einen Schlammvulkan bei Achtanisowskaja, den er mehrfach beschrieben hat und wo er seinerzeit öfter spazieren war (dem Vulkan haben wir inzwischen einen Earthcache gewidmet (GC77M3B), der allerdings noch auf den Erstfund wartet). Das machte mir noch einmal sehr deutlich, was für ein Glück wir Nachgeborenen haben, konnte ich doch friedlich mit einem aus Russland stammenden Freund diese Gegend besuchen, wo sich unsere Großväter einst im Krieg gegenüberstanden und die deutsche Armee einen „Vernichtungsfeldzug“ führte. Wir können nur froh sein, dass die Ziele der Deutschen nicht aufgingen – aber wie viele Opfer hat das gekostet?

Vor 74 Jahren ging mein Großvater auf dem Schlammvulkan von Achtanisowskaja spazieren

Und nun der Höhepunkt, die Überfahrt auf die Krim. Begleitet von Delphinen, für mich ein gutes Zeichen. Ab jetzt zählte, „nur Bares ist Wahres“ – unsere Kreditkarten galten nichts mehr, wir kamen in eine vom Westen mit Sanktionen belegte Region: In Kertsch betraten wir endlich die Krim. Nach der Besichtigung eines skythischen Grabes folgte eine lange Fahrt bis in die Nähe von Sudak, wo drei Tradis warteten. Auch hier ging es für zwei von ihnen wieder zu Fuß weit nach oben – Leitplankenpetlinge finden sich hier nicht. Die Caches hier zeigen im guten alten Stil jeweils interessante Ziele und sind zumeist über längere Fußwege erreichbar. Der erste führte uns auf der Landseite hinauf zum Kap Meganom (GC34Q6Z), der andere belohnte in Novy Svet (GC3490V) mit einem gigantischen Ausblick über die Felsenküste am Schwarzen Meer. Für den Tradi in der Festung bei Sudak blieb keine Zeit, aber die endlose Serpentinenstrecke bis Aluschta konnte mit einem weiteren Tradi (GC5GHQ2) auf einem kleinen Berg aufgelockert werden. Den nächsten Tradi in Aluschta ließen wir aufgrund der Vorlogs aus, dafür standen am nächsten Tag zwei Earthcaches auf dem Plan. Hier zeigt sich übrigens, dass Caches von vor 2014 ihre Länderangabe „Ukraine“ behalten haben, neue Caches aber unter „Russland“ veröffentlicht werden.

Ausblick auf wildes Land am Cache an Kap Meganom

Ausblick aufs Schwarze Meer am Cache am alten Funkturm von Novy Svet

Mit dem Earthcache an der Marmorhöhle im Krimgebirge (GC70RTR) stand nun ein echtes Highlight auf dem Plan. Wobei es in der Nähe sogar noch einen Tradi zu holen gab. Allerdings muss man zur äußerst sehenswerten Höhle eine lange Offroad-Piste überstehen. Und wenn man erst eine Höhle im Karstgebirge besucht, kann man danach natürlich mit einem Canyon weitermachen. Der berühmte „Grand Canyon“ der Krim besitzt ebenfalls einen Earthcache (GC20X0J). Zuerst waren aber ungezählte Serpentinen zu überwinden, der Anstieg von der Küste auf Meereshöhe bis auf über 1100 m auf dem Plateau des Krimgebirges musste erst einmal bewältigt werden, und das auf wenigen Kilometern Luftlinie. Auf dem Weg besuchten wir noch einen Tradi, der der zweite FTF der Reise wurde – 2 Jahre nach dem Publish. Und der T-Wert von 1,5 spiegelte die Strecke und den Anstieg zum Berg mit dem Cache auch nicht direkt wieder… Für Entspannung sorgte am Abend das Bummeln auf der sehr belebten Promenade in Jalta und frisch gefangener Fisch zum Abendessen, direkt am Meer.

In der Marmorhöhle

Am nächsten Tag standen insbesondere kulturelle Highlights der Krim auf dem Programm: In Jalta wurde das berühmte „Schwalbennest“, eine Industriellenvilla betrachtet und der nahe Tradi (GC50FND) geloggt. Dann folgte eine Besichtigung des Livadija-Palasts der Zaren, mit grandiosem Park. Als Potsdamer kennen wir Parks und Schlösser gut, hier kam nun die Mittelmeerflora und der Blick auf’s Schwarze Meer als besonderes Element dazu. Weitere Besichtigungen des Tages galten dem Woronzow-Palais in Alupka sowie der orthodoxen Kirche von Foros, die hoch über dem Meer auf einem Bergvorsprung thront. Für den Besuch von Foros mussten wir einen weiteren Tradi hoch über uns auf dem Berg leider auslassen, so dass wir am Ende von den 17 auf der Krim gelisteten Caches drei nicht gesucht hatten. Nun wurde das Krimgebirge überquert und Kurs auf Sewastopol genommen. Auf dem Weg gab es einen kurzen Tradistopp und einen Besuch des deutschen Kriegsgräberfriedhofs in Gontscharnoje. Bislang ruhen dort ca. 24.000 deutsche Soldaten. Die heftigen Kämpfe um Sewastopol 1942 und bei der Rückeroberung der Krim 1944 forderten insgesamt wohl über 100.000 tote deutsche, rumänische und sowjetische Soldaten. Noch am selben Tag besuchten wir in Sewastopol eine Gedenkstätte in einer ehemaligen Küstenbatterie, die an die heftigen Kämpfe 1942 erinnert, auch ein Tradi befindet sich dort (GCVNDP). Weiterhin ist die antike Stadt Chersones sehr sehenswert (und bietet den zweiten Tradi Sewastopols (GC50FMG)). Auf einer großen Fläche direkt am Meer erstrecken sich die Ruinen der Stadt, die über 1800 Jahre existiert hat. Erst eine griechische Kolonie, dann römisch, später byzantinisch und zuletzt ein genuesischer Handelsposten (und damit ein Spiegelbild der vielen Kulturen, die die Krim prägen). Erst um 1400 wurde die Stadt nach Eroberung durch die Mongolen aufgegeben. Dagegen ist das unter Katharina der Großen gegründete Sewastopol mit knapp über 200 Jahren noch recht jung.

Der Livadija-Palast bei Jalta

Die Zeit war wie im Flug vergangen, und schon stand der letzte Tag an. Dieser wurde genutzt, um das altehrwürdige Kloster Inkerman bei Sewastopol zu besichtigen und nach Bachtschissaray weiter zu fahren. Dort befindet sich der ehemalige Khanspalast der Krimtataren, wo man sich gleich in den Orient versetzt fühlt. Insbesondere die Innenräume mit ihren Brunnen, Becken und Liegen lohnen einen Besuch. Weiterhin kann man in der Nähe das Uspenskij-Höhlenkloster besichtigen, von dem aus man zur Ruinenstadt Chufut-Kale auf einem Bergrücken aufsteigen kann. In der Ruinenstadt locken nicht nur ein grandioser Ausblick aus den in den Fels geschlagenen Kellern, sondern auch die Ruinen der Gebäude der ehemaligen christlichen, jüdischen und muslimischen Bewohner. Sowohl im Khanspalast als auch in der Ruinenstadt gibt es jeweils einen Tradi (GC25X3W, GC4Y1T2), wobei angesichts von so viel Sehenswertem die Suche hiernach jeweils zur Nebensache wurde.

Ausblick von der Ruinenstadt Chufut-Kale

Nach einer letzten Nacht auf der Krim in Simferopol hieß es Abschied nehmen. Voller Eindrücke und bewegt vom wechselhaften Schicksal der Krim ging es via Moskau wieder nach Hause. Mit elf Cachefunden in Moskau, acht in Südrussland und 14 auf der Krim waren die Caches eindeutig nicht der Schwerpunkt gewesen, aber diejenigen, die wir besucht hatten, haben uns durch die Bank ganz besondere Orte gezeigt. Und immerhin hat es für mich für die Statistik zu fünf verschiedenen Cachetypen in Russland gereicht (wer meine Challenges kennt, weiß auch warum (GC70V2Z)). Dass eine Reihe von Caches nun unter „Ukraine“ verbucht sind, ist ein Schönheitsfehler. Aber da ich den Länderpunkt schon vorher hatte, stört das nicht weiter.

Wer Interesse an einer solchen besonders „exotischen“ Reise hat, kann sich gerne an uns wenden. So weit möglich, stehen wir mit Rat und Tat zur Seite. Die Krim lohnt unbedingt einen Besuch! Russischkenntnisse oder Begleitung mit entsprechenden Sprachkenntnissen ist allerdings zu empfehlen. Noch fehlt es deutlich an internationalem Tourismus, so dass die Fremdsprachenkenntnisse nicht sehr ausgeprägt sind. Vieles aber macht die Freundlichkeit wett, mit denen man uns begegnete!

 

Oliver Ungerath (Hallole) zusammen mit Pjotr Saparin (Ezh_gps). Bildrechte bei den Verfassern

Geocaching in Island im Winter

Mein Freund und ich wollten dieses Jahr im Februar Urlaub machen. Eigentlich hatten wir Madeira gebucht, allerdings wurden die Flüge dorthin knapp sechs Wochen vorher gestrichen, sodass wir uns eine Alternative einfallen lassen mussten. Die Entscheidung fiel relativ spontan auf Island. Dabei hat Island nicht viel mit Madeira gemeinsam. Es ist zwar auch eine Insel, aber die Wetterbedingungen können im Februar wohl kaum unterschiedlicher sein. Ich wollte schon lange einmal nach Island und hatte mich gefreut, dass der Vorschlag angenommen wurde und wir die Reise planen konnten.

Einige stellten uns die Frage: Island im Winter? Ich antwortete dann meist: Warum nicht? Ich habe mich vorher etwas erkundigt. Island im Winter ist etwas ganz Besonderes. Fans dieses Landes empfehlen, die Insel sogar min. zweimal zu besuchen: im Sommer und im Winter. Denn es erwarten einen völlig unterschiedliche Länder (Sommer-Island und Winter-Island). Im Sommer kann man in Island Wale und die bekannten Papageientaucher beobachten, im Winter hingegen kann man Nordlichter sehen. Auch haben heiße Quellen im Winter wohl ihren ganz besonderen Charme.

Island hat eine Straße, die einmal um die Insel herumführt, die Ringstraße, allerdings empfehle ich diese Rundreise mehr für den Sommer. Denn vor allem im Winter sind in Island schnell einmal Straßen gesperrt. Viel Bevölkerung gibt es auch nicht, sodass es schwierig sein kann, wenn man mitten auf der Insel mit seinem Auto im Schnee feststeckt. Wir entschieden uns für eine Airbnb-Wohnung im Zentrum von Reykjavík und für Ausflüge, die man von Reykjavik aus machen kann. Dazu mieteten wir uns einen Wagen mit Allradantrieb (unbedingt zu empfehlen!). Wir wurden darauf hingewiesen, dass wir jeden Tag nach den Straßenbedingungen (http://www.road.is) und nach dem Wetter (http://en.vedur.is) auf der Insel schauen soll, denn das Wetter kann sich von einem Tag auf den anderen schlagartig ändern, infolgedessen müssen häufig Straßen gesperrt werden. Auch sollen Gebiete mit viel Wind nicht befahren werde. Es gibt Sandstürme, die das Auto erheblich beschädigen können.

Wir hatten uns für die Reise Folgendes vorgenommen: eine Golden-Circle-Tour, eine Gletscherwanderung, eine Höhlenwanderung, eine Reykjavíkbesichtigung, Baden in heißen Quellen und die Beobachtung von Nordlichtern. Das Meiste davon haben wir geschafft und durch das Geocaching haben wir auch noch viel mehr gesehen. Darauf gehe ich jedoch später ein. Zunächst betrachten wir einmal die Cachekarte von Island.

Caches in Island

Der Urlaub wurde unabhängig von den Geocaches geplant. Als feststand, dass es nach Island geht, habe ich natürlich gleich eine Offlinekarte heruntergeladen und eine Pocket Query für Island erstellt. Dabei fällt schon auf: es reicht eine einzige Pocket Query (beschränkt auf 1000 Caches), um alle Caches in Island herunterzuladen. Island hat nicht einmal 700 Caches (Vergleich Deutschland: knapp 380 000). Dabei ist Deutschland nur dreimal so groß wie Island. Somit ergibt sich eine Cachedichte von 0.007 Caches pro Quadratkilometer (in Deutschland 1.07).

Geocaches in Island

Island hat nicht sehr viele Einwohner: nur knapp 350 000. Da kann es dann natürlich auch nicht so viele Caches geben. Und wenn man Caches pro Einwohner betrachtet, so ist diese Zahl (0.002) näher an der für Deutschland (0.005). Es gibt sehr wenige Mysterys und noch weniger Multicaches. Welche Caches aber besonders hervorstachen: Earthcaches. Überall, wo es etwas geologisch Besonderes zu entdecken gab (und da gibt es vieles in Island), gab es einen Earthcache. Ich habe das Gefühl, dass ich mehr Earthcaches als Traditional Caches gefunden habe. Das kommt einem natürlich nur so vor, da Earthcaches immer noch extra Hausaufgaben verlangen. Tatsächlich haben wir in den 7 Tagen, die wir auf Island waren, 21 Traditional Caches, 9 Earthcaches, einen Multicache und einen Virtual Cache gefunden.

An meinem ersten in Island gefundenen Cache. Die Tarnung ist aufgrund der Kälte leider zerbrochen.

Die geringe Cachedichte fällt auch unterwegs auf. Wenn man im Land unterwegs ist und schaut, wie weit es bis zum nächsten Cache ist, kommen schonmal 40 Kilometer dabei heraus. Da kann man sich in Ruhe auf die Autofahrt und die Straße konzentrieren, was häufig auch wirklich notwendig ist. Gleich am ersten Abend hatten wir mit starken Schneeverwehungen zu kämpfen und konnten die Straße nicht mehr erkennen. Da Island nicht sehr viele Einwohner hat, hat man dann auch selten ein Auto, welches vor einem fährt und den Weg weisen könnte.

Die Golden-Circle-Tour

Direkt am ersten vollen Tag in Island haben wir uns die Golden-Circle-Tour vorgenommen, das ist einfach DIE Touristenroute in Island. Vorteil im Winter: es gibt nicht so viele Touristen und so war es an den verschiedenen Stationen auch nicht überfüllt. Auf dieser Route kommt man u.a. an dem Krater Kerið, dem Gullfoss-Wasserfall und dem Geysir Strokkur vorbei. Ein Cache etwas abseits der Hauptroute zeigte uns eine Winterlandschaft, wie sie im Buche steht. Bei der Fahrt zu dem Cache waren wir sehr froh über den Allradantrieb des Autos.

Dort befindet sich normalerweise eine Straße. Es sei erwähnt, dass Offroad-Fahren in Island streng verboten ist.

In der Nähe des Kraters Kerið.

Bevor wir zu den Hauptattraktionen des Golden Circles gefahren sind, haben wir einen Zwischenstopp bei der Secret Lagoon gemacht, einer heißen Quelle, die etwas neben der Route des Golden Circles liegt und in der man auch baden kann (kostet allerdings ca. 25 Euro pro Person). Es ist so herrlich wie man es sich vorstellt. Wunderbar warmes Wasser, umringt von viel Schnee. Allerdings handelt es sich um eine natürliche Quelle und so kann die Temperatur nicht so wie in einem Schwimmbad reguliert werden. So kommt es vor, dass zwischendurch mal ein heißer Strom durch das Gewässer fließt und man denkt, man verbrennt gleich.

Am Gullfoss-Wasserfall gibt es neben einem Earthcache auch einen der wenigen Multicaches auf der Insel. Hier gab es die meisten Touristen, aber trotzdem ist genug Platz für jeden vorhanden.

Weiter ging es zum Geysir Strukkur, wo es natürlich wieder einen Earthcache zu finden gibt. Danach schlug das Wetter direkt um. Es wurde sehr stürmisch und wir entschieden uns dazu, beim letzten Stopp des Golden Circles, dem Þingvellir, nicht mehr anzuhalten und möglichst sicher in Reykjavik wieder anzukommen. Dabei hätte es dort sogar noch einen virtuellen Cache gegeben.

Gletscherwanderung

Am nächsten Tag haben wir eine geführte Gletscherwanderung unternommen. Diese fand auf dem Sólheimajökull statt und zog eine zweistündige Anreise von Reykjavík mit sich. Da wir in einer Gruppe unterwegs waren und ich mich auf das Laufen mit Steigeisen konzentrieren musste, habe ich den Traditional Cache, an dem wir DIREKT vorbeigelaufen sind, irgendwie verpasst. Aber auch hier gab es ja wieder einen Earthcache, mit dem ich durch einen Smiley auf der Karte meine Anwesenheit dokumentieren konnte.

Da wir außer dieser Wanderung an dem Tag nichts geplant haben, konnte Geocaching wieder einmal dazu verhelfen, tolle Orte zu entdecken. Natürlich ist der Wasserfall Skogafoss auch so etwas bekannter, ich hatte einen Besuch dahin jedoch nicht vorbereitet. Stattdessen schaute ich nur auf die Cachekarte und war erstaunt, als wir dann plötzlich an diesem Wasserfall waren. Ich habe auch hier wieder einen Earthcache gemacht, den Traditional Cache konnte ich leider nicht finden. Weiterhin führte uns ein Geocache zu einem interessanten historischen Ort, der auch schonmal als Kulisse für einen isländischen Wikingerfilm diente. Der Wasserfall Urriðafoss ist ebenfalls ein absoluter Geheimtipp, den wir nur durch einen Geocache entdeckt haben.

Reykjavík

Natürlich haben wir uns auch die Hauptstadt des Landes angeschaut. Immerhin hatten wir eine Wohnung direkt im Zentrum. Wir ließen das Auto stehen und haben einen langen Spaziergang von mehr als 12 Kilometern unternommen. Das klingt an sich erstmal nicht so viel, allerdings waren die Hälfte der Wege gefroren und wir hatten mit Glatteis zu kämpfen. Einige Wege in Reykjavík sind beheizt, aber eben nicht alle. Vor allem nicht die, wo man langgehen muss, um Geocaches zu finden. Die Cachedichte ist in Reykjavík etwas höher und so konnten wir an dem Tag insgesamt 10 Caches finden. Bei einem Cache hatte sich das Glatteis sogar in die Dose geschlichen und es gab keine Chance, an das Logbuch zu kommen.

Harpa – das Konzert- und Konferenzhaus in Reykjavík

Sólfar

Hallgrímskirkja

Perlan – die Perle

Weitere Ausflüge

An einem weiteren Tag haben wir einen Ausflug zu einer durch Lava geformten Höhle unternommen. Auch da benötigten wir von Reykjavík aus zwei Stunden. Die Höhle Viðgelmir gehört mit zu den größten der Insel und es gibt dort KEINEN Cache, nichtmal ein Earthcache. Das hat mich schon sehr gewundert, allerdings war weit und breit auch keine Zivilisation zu sehen. Diese Höhle ist im Winter empfehlenswerter als im Sommer. Einerseits ist es in der Höhle dann nicht kälter als draußen, andererseits kann man nur im Winter wunderschöne Stalakmiten betrachten. Man gelangt nur durch offizielle Führungen in die Höhle.

Am letzten Tag wollten wir auch noch eine Wanderung zu einer natürlichen heißen Quelle machen. Vom Parkplatz zum Cache, der einen zu der Badestelle führt, sind es gerade mal drei Kilometer. Wir dachten, dass dies kein Problem darstellen würde, allerdings waren wir nicht auf das Wetter vorbereitet. Es regnete sehr stark, es war sehr windig und dann kam auch noch Glatteis dazu. Für eine Wanderung durch die Berge braucht man in Island im Winter definitiv Steigeisen, die wir leider nicht hatten. Nach einer Stunde sind wir gerade mal 1.5 Kilometer vorangekommen. Wir brachen die Wanderung ab und haben uns in die Hot Tubs in einem Freibad in Reykjavík gelegt.

Und die Nordlichter? Leider haben wir keine gesehen. Um Nordlichter zu sehen, müssen mehrere Faktoren stimmen. Es muss genug Strahlung auf der Erde ankommen und es darf nicht bewölkt sein. Am Tage hatten wir oft gutes Wetter, aber in der Nacht war es leider immer bewölkt.

Fazit

Island im Winter ist definitiv eine Reise wert. Wenn man die passende Kleidung hat, stellt die Kälte absolut kein Problem da. Man reist in ein wahres Winter-Wunderland. Man muss damit rechnen, dass man nicht alle Touren wie geplant durchführen kann und muss flexibel bleiben. Straßen werden gern mal gesperrt und das Wetter ist alles andere als stabil. Ein Eiskratzer gehört zur Cacheausrüstung definitiv dazu. Für viele Earthcaches musste ich die Infoschilder erst einmal freikratzen. Generell darf man Earthcaches gegenüber nicht abgeneigt sein. Wenn man mit Menschen reist, die vom Hobby nicht ganz so angetan sind, stellt Island auch kein Problem da, denn man kann nicht an jeder Ecke halten, um noch schnell eine Dose zu suchen. Es gibt einfach keine.

2018 – Auf ein Neues!

Am vergangenen Samstag fand bereits zum 5. Mal das Neujahrsevent des Seelower Cachers Compubaer statt. Unter normalen Umständen wäre ich auf dieses Event wohl nicht aufmerksam geworden, allerdings fragte mich Compubaer im November, ob ich auf diesem Event denn nicht als Überraschungsgast erscheinen möchte und dazu noch einen Vortrag halten möchte. Ich habe mich sehr über die Anfrage gefreut und somit habe ich mich darauf eingerichtet, Ende Januar nach Seelow zu fahren.

Für mich war dies der erste Vortrag als Geocaching-Bloggerin und ich hatte meine Freiheiten, was das Thema und die Länge des Vortrags betrifft. Ich beschloss, meinen Blog in wenigen Folien vorzustellen und anschließend über Geocaching in Lissabon und Umgebung zu berichten. Im Blog hatte ich dazu schon einmal einen kleinen Beitrag geschrieben, allerdings hatten wir damals sehr viele Fotos im Urlaub gemacht, sodass noch einiges aus diesem Thema herauszuholen war. Meinen Vortrag habe ich für Interessierte hochgeladen und er kann hier betrachtet werden:

http://kati1988.de/DieWeltvonKati1988_v2.pptx

Da es dieses Wochenende ein Souvenir für die Teilnahme eines Events aufgrund des Australia Days gab, hat sich auch Compubaer darauf eingerichtet und veranstaltete einen Kostümwettbewerb für mitgebrachte Signals (Geocaching-Maskottchen) zum Thema Australien. Neben mir waren noch mein Freund, die Jungs vom Podcast GeoGedöns und Markus Gründel mit Freundin anwesend. Da wir als hinreichend neutral galten, durften wir die Jury sein und den schönsten Frosch zum Thema Australien auswählen. Prämiert wurde ein Signal im Kängurukostüm. Einen weiteren Sonderpreis gab es für einen selbst gehäkelten Frosch.

Auswahl des schönsten Frosches

Alle Frösche

Der am besten zum Thema Australien passende Frosch

Sonderauszeichnung

Dann lieferte Compubaer vor rund 90 Gästen eine weitere Überraschung: eine eigene Geocoin für das Oderland. Das Gebiet wird südlich von Frankfurt/Oder begrenzt, beinhaltet also meine Heimat Eisenhüttenstadt leider nicht mehr. Dennoch ist es eine regionale Geocoin, die ich mit meiner Heimat verbinde und somit besorgte ich sie mir in allen drei Varianten: Bronze, Silber und Gold.

Bronze – Vorderseite

Bronze – Rückseite

Silber – Vorderseite

Silber – Rückseite

Gold – Vorderseite

Gold – Rückseite

Im Anschluss an das offizielle Programm hatte ich noch etwas Zeit und ließ mich vom Podcast GeoGedöns interviewen. Der Beitrag dazu wird sicherlich bald erscheinen.

Podcast mit dem GeoGedöns

Insgesamt war es ein wirklich super organisiertes Event vom Compubaer und seiner Familie. Er selbst hielt am Anfang eine kleine Rede, hatte Coins vorgestellt, ein Gewinnspiel wurde veranstaltet, es gab etwas zu essen und ich durfte einen Vortrag halten. Auch wenn es „nur“ 90 Teilnehmer waren, war dieses Event für mich einfach mega. Ich möchte mich an dieser Stelle dafür bedanken und auch die anderen Gäste noch einmal lieb grüßen.

Buchvorstellung: First to Find

Letztens wurde ich durch Facebook auf einen neuen Roman mit Geocachingbezug aufmerksam: „First to Find“ von Charly Essenwanger. Ich fragte nach einem Rezensionsexemplar und bekam prompt eins zugeschickt. Vielen Dank dafür schon einmal.

Der Buchrücken beschreibt den Inhalt des Buches folgendermaßen:

„Kaufbeuren/Allgäu – Siegfried Distl ist ein liebender Ehemann und Vater einer 15-jährigen Tochter. Gern geht er seinem Hobby, dem Geocaching, einer Art Schnitzeljagd mittels GPS, nach. Eines Tages trifft er bei einer Cachesuche seinen ehemaligen Freund, Jakob Muschke wieder, der ihn damals finanziell ruiniert hat. Die Arroganz und die Zurschaustellung seines Reichtums lässt bei Siegfried alte Wunden aufreißen. Die Wut auf seinen Widersacher steigert sich ins Unermessliche, bis er einen perfiden Plan schmiedet und Jakob durch Geocaching in eine Falle lockt und brutal ermordet.
Die Kripo unter der Leitung des veganen Hauptkommissars Vincent Zeller tappt zunächst im Dunkeln, bis ein dramatisches Ereignis in der Kernstadt Kaufbeurens einen entscheidenden Hinweis gibt.“

Die Geschichte des Buches ist recht interessant. Der Protagonist Siegfried trifft beim Cachen einen alten Freund, der ihn damals finanziell ruiniert hat. Nicht nur privat, auch als Cacher benimmt sich dieser alte Freund völlig daneben. Man kann als Leser die Wut auf diese Person durchaus nachvollziehen. Trotzdem geht der Protagonist doch ein bisschen zu weit und nutzt das Geocaching dazu aus, um die unbeliebte Person zu töten. Im Anschluss kann man lesen, wie die Polizei dem Täter nach und nach auf die Schliche kommt.

Der Aufbau des Buches erfolgt nichtlinear. Es wird immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit gewechselt, damit man als Leser die Beweggründe von Siegfried noch besser nachvollziehen kann.

Mir persönlich gefällt der Schreibstil des Buches nicht. Die Worte sind sehr einfach gewählt und teilweise auch vulgär. Insgesamt erinnert der Stil an einen Schulaufsatz. Bei Sätzen wie „Die Schwierigkeit ist einfach.“ hätte mir früher mein Deutschlehrer ein A für Ausdruck an den Text geschrieben.

Aufgrund der einfachen Schreibweise könnte man das Buch Jugendlichen empfehlen, wenn es nicht zwischendurch einfach mal ein paar Sexszenen gäbe, auf die man hier locker verzichten könnte.

Bei dem Buch handelt es sich um das Erstlingswerk des Autors. Es wurde über „BOOKS on DEMAND“ veröffentlicht, bei dem ein Autor einfach sein Manuskript einsenden kann, um ein Buch zu veröffentlichen. Dementsprechend fehlen auch professionelle Lektoren. Dies ist mir beim Lesen auch aufgefallen und der ein oder andere Fehler war noch zu entdecken.

Aber aller Anfang ist schwer. Es steckt sicherlich jede Menge Herzblut in dem Buch. Die Geschichte ist spannend und der nichtlineare Verlauf auch ein guter Ansatz.

Fazit: Für Leser, bei denen die Story im Vordergrund steht und der Schreibstil nicht so entscheidend ist, ist das Buch zu empfehlen. Wer anspruchsvolle Literatur sucht, ist hier leider an der falschen Stelle.

Eine weitere Rezension hat auch der Saarfuchs in seinem Blog geschrieben: https://www.saarfuchs.com/2017/07/first-to-find-ein-kriminaldrama-von-charly-essenwanger.html

Gastbeitrag: München – Venedig // Traumpfad bleibt Traumpfad und Dampfbad bleibt Dampfbad

Meine Freundin martl hat im Sommer die lange Wanderung von München nach Venedig auf sich genommen. Da es dazu nicht nur einen Cache gibt, sondern auch viele andere interessante Dinge auf so einer Wanderung passieren, bat ich sie, von ihrer Reise zu berichten. Gesagt, getan. Hier kommt der Gastbeitrag von martl zum Thema „München – Venedig“.

 

„Meine Wanderung von München nach Venedig war eine echte Schnapsidee. Bei einer Berolina (Berliner Geocaching-Stammtisch) stellte ich fest, dass zwei befreundete Geocacher tatsächlich diesen Weg gegangen sind. Wie krass! Ich, als echtes Münchner Kindl, war sofort Feuer und Flamme und wollte alles darüber wissen, aber die wichtigste Frage war: Kann ich das schaffen? Auch alleine?

Als mir ein klares Ja entgegen schallte, war mein Entschluss gefasst. So plante ich nicht zuviel, buchte den Flug nach München, die erste Unterkunft im Kloster Schäftlarn, und fragte Hinz & Kunz, ob sie mich begleiten wollten. Es gab von vielen Seiten Interesse und damit oft auch sehr nette Begleitung.

Alles nur wegen eines doofen Multis? Natürlich nicht, davor entschied ich schon, der Geocache ist nicht so wichtig wie der Weg. Wenn ich also wählen müsste, würde ich mich für den Weg entscheiden. Wie schnell das allerdings wirklich passieren sollte, hätte ich im Traum nicht gedacht!

In München ging es passend zum CSD 2017 los. Meine Schwester begleitete mich die ersten beiden Tage bis nach Bad Tölz an der Isar entlang. Am ersten Tag und die ersten 20 Kilometer nach Kloster Schäftlarn lief auch noch ein Kumpel mit, seines Zeichens eher Gelegenheitscacher. Prompt verpassten wir die erste Station, zurücklaufen ist nicht, so musste ein Plan B her… er kümmerte sich darum, vielen Dank!

Nichtsdestotrotz war es ein super Start bei Kaiserwetter. Da ich ja mit 20 Regentagen rechnete, war ich auf alles eingestellt, nur nicht auf soviel Sonne. Am Ende der Tour hatte ich mir zweimal Sonnencreme nachkaufen müssen, 150 ml habe ich wohl insgesamt verbraucht und unterwegs ein halbes Vermögen dafür ausgegeben. Aber was tut man nicht alles!

Ab Bad Tölz/Brauneck lernte ich dann die ersten anderen Venedig-Wanderer kennen und wir wanderten ab dann mehr oder weniger gemeinschaftlich von den Voralpen ins alpine Gebirge und durch die Dolomiten. Ich zeigte ihnen Geocaching und erklärte den Multi, wen(n) es interessierte.

Dann schlug das Wetter um und wir hatten mit sehr vielen Nachmittagsgewittern zu rechnen. Seit dieser Tour bin ich auch etwas feinfühliger geworden, was Gewitter und Blitze angeht. Man merkt die Naturgewalten am eigenen Leib im Gebirge doch viel stärker und ist dem schnell ohne Schutz auf dem Berg ausgesetzt.

Hier war praktisch, die alte Pi-Mal-Daumen-Bauernregel zur Berechnung der Entfernung des Gewitters zu kennen. Die Zeit zwischen Blitz und Donner, pro Sekunde Abstand gleich drei Kilometer. Daher konnte ich auch zwei Touren nicht so laufen wie geplant, die Hüttenwirte hatten davon abgeraten bei dem (schwülen) unbeständigen Wetter über den Pass zu laufen, so folgte ich ihren Anweisungen und blieb lieber auf der sicheren Seite.

Überhaupt waren die Hütten meiner Meinung nach das Tollste an der Tour, (fast immer) super Essen, klasse Bewirtung (meistens), lustige Leute (in der Mehrheit) usw. usf. Natürlich gab es auch Nachteile, nur so ein kuscheliges Lager nach der anstrengenden Tour und eine (oft warme) Dusche bewirkt da schon viele Wunder an sich.

So wurde unsere München-Venedig-Gruppe eine immer engere Gemeinschaft, wir gründeten Whatsapp-Gruppen und tauschten uns regelmäßig über den Stand unserer Wanderungen aus. Da wir nicht im gleichen Tempo liefen, konnte man darüber ganz gute Tipps für die zukünftige Strecke bekommen bzw. den Nachzüglern Tipps weitergeben.

Meine größte Sorge war, ob denn wirklich mein Klettersteig-Paket an die italienische Hütte rechtzeitig und vollständig ankommt, aber das war überhaupt kein Ding. So konnte ich relativ entspannt (eigentlich nicht, ich konnte nicht mal lächeln auf den Fotos 😉 ) diesen schwierigsten Part der Strecke mit einem (mittlerweile) guten Freund meistern, der ebenfalls alleine losgegangen war.

Es war die beste Erfahrung, die ich mir vorstellen kann. Der Weg hat meine Erwartungen bei Weitem übertroffen. Meiner Meinung nach gibt es nichts Schöneres, als auf einen Grat am Berg zuzulaufen, sich vorzustellen, wie es dahinter aussieht, und dann die Realität zu sehen, und zu verstehen, dass es in Wirklichkeit noch tausendmal schöner ist, als man es sich je hätte vorstellen können.

Wer noch mehr darüber wissen möchte, die liebe Marlis vom Ladys Talk Podcast hat mich auch zu dem Thema interviewt:

https://ladystalk.live/2017/11/09/ladystalk-32-muenchen-venedig/

PS: Achja, circa in der Mitte des Weges habe ich dann entschieden, den Geocache “fallen” zu lassen, mir fehlten zu viele Stationen, außerdem war der Weg an sich schon so anspruchsvoll (will heißen, relativ schlecht markiert und relativ anstrengend), so dass ich nicht wirklich auch noch Zeit hatte, ständig zu kucken, wann denn jetzt die Station kommt. Trotz allem war es für mich aber der “Aufhänger”, um überhaupt diesen Weg zu erfahren, insofern bin ich ihm sehr dankbar!!! Schöne Grüße an den hilfsbereiten Owner DerPate, da geht noch was bzw. läuft 😉


PPS: Noch etwas zum Titel: Unterwegs habe ich einen Holländer getroffen, der immer versucht hat, Traumpfad auszusprechen, es klang aber eher wie Dampfbad. Also habe ich ihm versucht, mit Hilfe dieses Zungenbrechers den Unterschied zu erklären. Keine Ahnung ob es gefruchtet hat, das müsste ihr ihn schon selbst fragen…“

5 Jahre „Die Welt von kati1988“

Wie die Zeit vergeht. Da habe ich doch glatt verpasst, dass der Blog diese Woche schon 5 Jahre lang existiert. Am 11.12.2012 habe ich meinen ersten Beitrag veröffentlicht. Damals lief der Blog noch über wordpress.com. Seit dem 8.11.2015 verwalte ich die Seite selbst und man kann ihn direkt über die Domain http://kati1988.de erreichen, auch wenn dies schon eine gewisse Zeit vorher durch eine Linkweiterleitung möglich war.

Das Hobby Geocaching entwickelt sich immer weiter und so finde ich auch immer mal wieder Themen, über die ich berichten kann, obwohl ich zugeben muss, dass dies von Zeit zu Zeit schwieriger wird. Über vieles hat man einfach schon geschrieben.

Die 5 Jahre möchte ich gern mit euch gemeinsam feiern und ich verlose daher ein kleines Paket, welches Folgendes erhält:

  • eine kati1988-Tasse
  • ein Buch „Geocaching II“ von Markus Gründel und Steven Ponndorf
  • ein TravelTag
  • Notlogbücher

Dies wird unter allen Kommentaren unter diesem Beitrag bis zum 31.12.2017 um 23:59 Uhr verlost. Ihr könnt mir z.B. schreiben, zu welchen Themen ihr gern mal einen Beitrag von mir lesen möchtet. Das ist aber keine Pflicht.

Ich freue mich über eure Kommentare.

Die Berliner Wanderwege

BWW – für den Berliner Cacher ist das schon längst nicht mehr nur die Abkürzung für den Buchstabenwortwert, sondern auch für die vom Owner charlybaer13 erstellte Letterboxserie rund um die grünen Hauptwege der Stadt Berlin: die Berliner Wanderwege. Unter http://www.berlin.de/senuvk/umwelt/berlin_move/de/hauptwege/index.shtml findet man Informationen zu den 20 grünen Hauptwegen. Die Wege führen durch ganz Berlin und sind unterschiedlich lang. Der kürzeste Weg ist mit 7 km der Bullengrabenweg, der längste hingegen der Spreeweg mit stattlichen 59 km. Auf der Seite der Stadt Berlin kann man sogar gpx-und kml-Daten für die Strecken herunterladen.

Alle 20 Berliner Wanderwege

Die Letterboxserie BWW wurde letztes Jahr ins Leben gerufen. Nach und nach kam zu jedem der grünen Hauptwege ein Letterbox-Hybrid-Geocache heraus und mittlerweile existiert auch noch ein Bonus dazu. Der Owner selbst empfiehlt in seinen Listings das Verwenden eines Fahrrads. (Verständlich bei Längen von teilweise über 50 km.) Ich wollte einmal selbst einen dieser Caches ausprobieren und habe mich gestern an den kürzesten der Serie gewagt: den Bullengrabenweg. Da es sich um Wanderwege handelt, war es auch mein persönlicher Anspruch, diesen zu Fuß zu absolvieren. Letterboxes haben ja meist eine alternative Art der Navigation. Bei den Wanderwegen druckt man sich das Listing am besten aus, denn man muss sich anhand von Fotos orientieren und dort zusätzlich meist auch Fragen beantworten.

Für den Bonus werden nochmal alle Variablen benötigt, die man bei den 20 Letterboxes gesammelt hat. Dazu gibt es eine Tabelle vom Owner, die man befüllen kann.

Informationsheft

Wenn man dann auch noch den Bonus gefunden hat, kann man die außerdem bereitgestellte Stempelkarte vollständig füllen und hat dann zusätzlich noch die Chance, eine seltene Coin zu den Berliner Wanderwegen zu ergattern.

Stempelkarte

Für eine Coin sind folgende Aufgaben zu erfüllen:

  • alle BWW Letterboxen selbstständig erwandert und geloggt
  • vollständig und korrekt ausgefüllte Stempelkarte
  • hochgeladene Bonusfotos zu jedem BWW ( oder für die Schüchternen dem Owner persönlich gezeigt )
  • Spende an den Owner, die mindestens dem Wert der Coin entspricht

Die Coin sieht folgendermaßen aus:

Diese kann man bei einem beliebigen Event, wo der Owner anwesend ist, ergattern oder aber eines der BWW-Fanevents besuchen.

 

Die Berliner Wanderwege sind eine tolle Möglichkeit, Berlin auf eine andere Art und Weise zu entdecken als dies für gewöhnlich der Fall ist. Sie führen von Nord nach Süd, von Ost nach West oder bilden einfach nur einen Ring. Für den Freund der schnellen Statistikpunkte ist dies sicherlich nichts, man muss sehr viel Zeit mitbringen, um die ganze Serie komplett zu haben, aber es wird sich lohnen.

GIFF 2017 – das waren die Filme

Vom 2. bis 6. November 2017 wurden weltweit die diesjährigen Finalistenfilme des „Geocaching International Film Festival“, kurz GIFF, gezeigt. Passend zum Jahr 2017 haben es dieses Jahr 17 Filme ins Finale geschafft. Das Wort „international“ im Namen der Veranstaltung hat dabei nicht zu viel versprochen. Es waren Beiträge aus zehn verschiedenen Ländern dabei:

USA, Australien, Tschechische Republik, Spanien, Deutschland, Litauen, Polen, Japan, Slovakei und Kanada.

Ich habe mir die Filme dieses Jahr in Kleinmachnow bei dem Event GIFF 2017 Event im Kino Kleinmachnow kurz hinter der Berliner Stadtgrenze angeschaut. Gemeinsam mit ca. 200 anderen hauptsächlich Berliner Cachern konnten wir die Filme auf großem Bildschirm in einem echten Kino betrachten.

Quelle: http://neuekammerspiele.de

Die Filme waren alle sehr unterschiedlich und das Festival erinnert mich immer ein wenig an Kurzfilmfestivals, die ich auch gern besuche. Man weiß nicht, was einen erwartet und ein Film kann mal eine Minute, aber auch bis zu vier Minuten gehen. Es gab sowohl lustige, als auch emotionale Filme, die mich daran erinnert haben, wie schön unser Hobby doch ist.

Das Thema „FTF“ ist mir dieses Jahr besonders aufgefallen. Der Anspruch, immer als erster am Cache zu sein, scheint nicht nur in Deutschland da zu sein. Aber natürlich kann man in dieses Thema auch besonders viel Drama packen.

Aus Deutschland gab es zwei Beiträge: The Future of Geocaching von .alma. aus dem Schwarzwald und The Discovery of the FTF-Hunter von treasurehuntergd aus der Lausitz. Letztere Filmcrew ist vor allem auch durch den Podcast Geogedöns bekannt. Diese Filme sind bereits auf YouTube und ihr könnt sie euch direkt anschauen.

Der Film Geocaching Day in Vilnius wirkte wie ein Werbefilm für das Geocaching in Litauens Hauptstadt (Achtung, sehr viele Spoiler!), war aber trotzdem sehr gut gemacht und verschafft Lust auf mehr. Ein Film stach durch die Machart heraus:FOUND IT! (My Geocaching Adventure). Es handelte es sich um einen Stop-and-Motion-Film mit Legofiguren. Die Idee war nett, nur leider war der Fokus nicht richtig gesetzt und so waren alle Bilder dieses Films unscharf. Der Film Geocaching: Your Passport to Adventure fiel auch eher dadurch auf, dass die Auflösung nicht groß genug für eine Kinoleinwand war.

Unterhaltsam war der Film Geocaching is Free von lat&long junkie aus Australien. Die dargestellte Problematik kennen sicherlich viele Geocacher: Natürlich ist Geocaching erstmal kostenlos, aber irgendwann möchte man sich Ausrüstung kaufen und dann fehlt noch das und das und es wird immer mehr. Dieser Film stellt dies auf eine humorvolle Art und Weise dar.
Der Gewinner des diesjährigen GIFF steht noch nicht fest. Dieser wird durch eine Jury des Geocaching HQ bestimmt. Lange kann dies aber nicht mehr dauern:

„The overall winning submission (Signal Award) will be announced by Geocaching HQ on or around the time of the worldwide GIFF events.“

 

Edit:

Der Gewinner steht fest: https://www.geocaching.com/blog/2017/11/and-the-giff-2017-signal-award-winner-is/

Gewonnen hat der Film Geocaching Day in Vilnius.

Alle Videos am Stück sind nun verfügbar unter: https://www.youtube.com/watch?v=o5zQakQstyM&t=25s

Souvenir-Kalender nun verfügbar

Gelegentlich gibt es an besonderen Tagen oder zu besonderen Gegebenheiten ein Souvenir von Groundspeak für das eigene Geocaching-Profil. Damit ihr auch eine Übersicht darüber habt, wann man das nächste Souvenir erhalten kann und zu welchem Anlass, gibt es in diesem Blog ab sofort einen Souvenir-Kalender, welchen ihr über den Reiter „Souvenir-Kalender“ im Menü erreicht. Weiterhin werden die nächsten fünf Gelegenheiten im Widget rechts von den Beiträgen gelistet. Die jeweiligen Veranstaltungen kann man außerdem problemlos über einen Klick auf der Veranstaltungsseite in seinen Google-Kalender bzw. einen Kalender, der ICS/iCal unterstützt, eintragen.

Sollten kommende Souvenirveranstaltungen fehlen, könnt ihr mir gern eine Nachricht schicken. Ich füge das dann hinzu.